31.08.2026  | 
Die Allertalbahn („Ölbahn“) von Wietze im Modell (Sonderschau, 8.9.-31.11.26)

Das Deutsche Erdölmuseum Wietze präsentiert vom 8.9. bis 30.11.26 das neun Meter lange, maßstabsgerechte Modell des früheren Wietzer Ölbahnhofs (M 1:160), das von dem kürzlich unerwartet verstorbenen Thörener Eisenbahn-Enthusiasten Reinhard Gierach (1951-2026) in Kooperation mit dem Modellbauer Nikolaus Voth seit 2018 in mühevoller und zeitintensiver Detailarbeit entstanden ist. Zum ersten Mal war es an einem Wochenende im November 2019 im Dorfgemeinschaftshaus Thören der Öffentlichkeit gezeigt worden. Damals fehlte aber noch die gesamte Ölverladung im Bereich der DEA-Straße.

Das Modell zeigt den Zustand des 1903 eröffneten Bahnhofs und der bedingt durch die Wietzer Erdölindustrie ausgedehnten Gleis- und Verladeanlagen um 1960, d. h. wenige Jahre vor Streckenstilllegung. Für die Gebäude entlang der Strecke gab es im Handel keinerlei verwendbaren Bausätze, sodass alles komplett nachgebaut werden musste. Lediglich Loks und Waggons, Schranken und die winzig kleinen Figuren gab es zu kaufen. Als Informationsquelle dienten historische Fotos (auch Luftbilder) sowie Ansichtskarten vor allem aus dem Fundus des Museums sowie einige wenige Planzeichnungen.

Die Detailtreue macht das raumgreifende Modell zu einem einzigartigen Anschauungsobjekt, mit dem auch der Laie eine Vorstellung davon gewinnt, welche wirtschaftliche Bedeutung der Wietzer Bahnhof früher einmal besessen hat. Obschon die Bahntrasse und die begleitende Ladestraße in weiten Teilen – wenn auch weitgehend zugewachsen – noch erhalten ist, ist sie längst nicht mehr im öffentlichen Bewusstsein.

Für das Deutsche Erdölmuseum ist es ein Glücksfall, dass sich der handwerklich geschickte Thörener Reinhard Gierach seinerzeit aus eigenem Antrieb und ohne Honorar an die aufwändige Rekonstruktion gemacht und dem Museum das Modell zur Verfügung gestellt hat. „So etwas ist, im zweifachen Sinne, unbezahlbar“, ist Museumsleiter Dr. Stephan A. Lütgert überzeugt. Aufgrund des plötzlichen Todes ist die Sonderschau nun als Vermächtnis zu betrachten.

Zur Eröffnung am 8. September werden von 14.00 bis 17.00 Uhr der an der Entstehung beteiligte Modellbauer Nikolaus Voth und der Museumsleiter für Auskünfte zur Verfügung stehen.