13.09.2022  |  Publikation
Ein Bergmann ging ins Öl... Zur Erinnerung an Günther Schlicht

Anlässlich seines 60. Todestages am 4. Juli 2022 erinnert Museumsleiter Dr. Stephan A. Lütgert in einem längeren Artikel in der September-Ausgabe der renommierten DGMK-Fachzeitschrift EEK an den früheren Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Erdöl-AG (DEA), Bergassessor Dr.-Ing. e. h. Günther Schlicht (1901-62).

Schlicht trat nach Ablegung eines Prädikatexamens 1928 in Berlin in die Deutsche Petroleum AG (DPAG), eine DEA-Tochter, ein und blieb bis zu seinem frühen Tode 1962 seinem Arbeitgeber treu. Er erwarb sich in dieser Zeit bleibende Verdienste um die Entwicklung der deutschen Erdölindustrie und gehörte zu ihren führenden Köpfen. Seine steile Karriere wurde begünstigt durch den Nationalsozialismus, welcher der deutschen Erdölförderung großes Interesse entgegenbrachte. Der Standort Wietze spielte in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Hier übernahm Schlicht, seit 1933 bereits Prokurist bei der DPAG, 1936 die Funktion des Zweiten Technischen Direktors. 1942 bekam er die Gesamtleitung der Erdölbetriebe übertragen und wurde im Folgejahr auch Leiter der in Wietze ansässigen Fachgruppe Mineralölgewinnung. Als Leiter der Fachabteilung der Technischen Brigade Mineralöl kam er 1942/43 kriegsbedingt im Kaukasus zum Einsatz, mit dem Auftrag, die zerstörten russischen Erdölfelder wieder in Betrieb zu nehmen. Nach dem Krieg war wurde er in den Vorstand der DEA berufen und übernahm 1955 dessen Vorsitz.

Die Darstellung seiner spannenden Lebensgeschichte beruht insbesondere auf seinen unveröffentlichten, äußerst kurzweiligen und detailreichen persönlichen Lebenserinnerungen, die er kurz vor seinem Tode hat aufschreiben lassen.