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Das Wietzer Erdölrevier intakt (1945)

Der Neue Hannoverscher Kurier berichtet in seiner Ausgabe v. 16.10.1945:

... Bei einem Besuch in Wietze konnte der Berichterstatter feststellen, daß das Bergwerk intakt geblieben ist. Die von der Gauleitung befohlene Sprengung des Werkes kam dank des Eingreifens der Betriebsleitung nicht zur Durchführung. Der Belegschaft von etwa 800 Mann konnten damit ihre Betriebsstätten erhalten bleiben.

Mangelerscheinungen auf verschiedenen Gebieten ließen schon vor der Besetzung die Produktion absinken, inzwischen gelang es, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Ab Oktober rechnet man im Wietze-Steinförder Gebiet einschließlich des sich gut entwickelnden Bohrfeldes im benachbarten Thör[e]n mit der früheren Normalproduktion von etwa 4000 bis 5000 t monatlich. Das gewonnene Schweröl wird jetzt zum Teil in Wietze selbst zu Treibstoff und Heizöl verarbeitet, der Rest geht zur Erzeugung von Schmieröl zur Nerag nach Misburg. Die Errichtung einer eigenen Anlage zur Verarbeitung des Rohöls zu Schmieröl ist geplant und in Vorbereitung. Dem derzeitigen Kohlenmangel wird durch Feuerung von Heizöl wirksam, wenn auch unwirtschaftlich, begegnet.

(…)

Eine Förderung kleineren Ausmaßes erfolgt in benachbarten Rixförde. Sehr gut entwickelt hat sich mit einer Produktion in der Höhe der Wietzer das Bohrfeld bei Wesendorf nordöstlich Gifhorn, wo Leichtöl mit hohem Benzingehalt gewonnen wird, sowie das Gebiet bei Steimbke an der unteren Aller. Die in diesem Bezirken arbeitenden Bohrgesellschaften, zu den neben der Deutschen Erdöl AG, der Gewerkschaft Elwerath, der Preußag und der Wintershall AG auch die ausländischen Konzerne Shell und Standard Oil gehören, haben seitens der Militär-Regierung die Genehmigung für weitere Aufschlußbohrungen in den ölhöffigen Gebieten um Hannover erhalten, die zum Teil bereits angesetzt sind.  Di.

 

 

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