Wellblechhütte der ehemaligen Karpathen Öl AG gesichert

12.04.2017

Eine  Wellblechhütte der ehemaligen Karpathen Öl AG (gegr. 1942) konnte Anfang April in Celle-Garßen vor der Verschrottung bewahrt werden. Das aus mit Wellblech beplankten Winkelstahlrahmen bestehende und mit Doppelflügelfenstern ausgestattete, zirka 7 x 2,6 m große Gebäude stand dem Neubau eines Einfamilienhauses im Wege. Mit tatkräftiger Unterstützung von Mitarbeitern der Böhmetalbahn gUG konnte das vermutlich letzte materielle Relikt des heutzutage fast vergessenen Erdölunternehmens kurzfristig demontiert werden. Am Dienstag, den 11. April fand nun der Transport der Bauteile zum Deutschen Erdölmuseum Wietze statt, den die DEA dankenswerterweise ermöglichte. Es ist geplant, die Wellblechhütte möglichst noch in diesem Jahr auf dem Freigelände wiederaufzubauen und darin eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Karpathen Öl AG  zu präsentieren.

 

Die Karpathen Öl AG war ein deutsches Erdölunternehmen in der Zeit des Nationalsozialismus, das die Erdölförderung im Generalgouvernement (Galizien) während der deutschen Besatzung dirigierte. Ab August 1944 vollzog das Unternehmen im Zuge des Vormarsches der sowjetischen Armee den Rückzug gen Westen und errichtete eine Niederlassung in Garßen. Die ursprünglich in Lemberg (Lwiw in der heutigen Ukraine) eingerichtete Hauptverwaltung wurde nach Celle verlagert.

 

Die näheren Einzelheiten der damaligen Ereignisse liegen  noch weitgehend im Dunkeln. Das Deutsche Erdölmuseum möchte daher die Erforschung insbesondere der lokalhistorischen Bezüge gerne vorantreiben.

 

 

Foto: Abbau der Wellblechhütte in einem Garten in Garßen